Onlineauktionen

Diese Rechte sollten Sie kennen

Von am 25.03.2015 um 21:45 Uhr | 0

Wer bei eBay oder anderen Online-Auktionsplattformen als Privatmensch Waren verkauft, sollte bei seinen Angeboten genau auf die Formulierungen achten. Sollte es später zu einem Streit kommen, drohen andernfalls teure Konsequenzen. Hier die wichtigsten Tipps im Überblick.

Haftungsausschluss

Häufig versuchen private Verkäufer jede Haftung auszuschließen, in dem sie Formulierungen wie „Verkauf von privat. Keine Rücknahme, keine Gewähr“ oder „Der Verkauf erfolgt unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung“ mit in ihre Beschreibung aufnehmen. Wer sich damit auf der sicheren Seite wähnt, täuscht sich jedoch. Denn diese Formulierung ist kein wirksamer Haftungsausschluss. Auch private Verkäufer haften für Sachmängel. Tipp: Wählen Sie besser eine eindeutige Formulierung wie „Die Haftung für Sachmängel ist ausgeschlossen“.

Der Käufer hat dann kein Recht auf Kaufpreiserstattung oder Nachbesserung mehr. Mit einer großen Ausnahme: Mängel, die Sie als Verkäufer bereits kannten, bei der Erstellung des Angebots in der Artikelbeschreibung aber verschwiegen haben, fallen nicht unter diese Regelung.

Artikelbeschreibung

Trotz solcher Formulierungen haften Sie als privater Verkäufer dafür, dass die von Ihnen verkaufte Ware hält, was in der Angebotsbeschreibung versprochen wurde. Sie müssen wahre und vollständige Angaben machen. Wenn Sie in der Artikelbeschreibung bestimmte Eigenschaften zusichern („fahrtauglich“, „einsatzbereit“), haften Sie für diese. Machen Sie dennoch falsche Angaben, dann ist ein Ausschluss der Sachmängelhaftung unwirksam. Unser Tipp: Gehen Sie bei der Beschreibung des Artikels sorgfältig vor und versprechen Sie nichts, was er nicht hält.

Privat oder gewerblich

Die geschäftliche Aktivität – die anhand des Bewertungsprofils ja leicht nachzuvollziehen ist – kann schnell dafür sorgen, dass aus einem privaten ein gewerblicher Verkäufer wird. Wenn Sie regelmäßig in größerem Umfang Waren an- und verkaufen können Sie als Unternehmer eingestuft werden. Wer davon ausgeht, dass das erst ab Hunderten von verkauften Artikeln der Fall ist, täuscht sich gewaltig. Es gab bereits Gerichte, die das in Einzelfällen schon bei zehn neuen Markenartikeln oder 40 Verkäufen von ein- und demselben Artikel angenommen haben. Daran ändert sich auch nichts, wenn Sie ausdrücklich als Privatperson auftreten.

Die Einstufung als Gewerbetreibender hat starke Konsequenzen, denn dann trifft Sie das komplette Bündel an rechtlichen Auflagen. Dazu gehört unter anderem, dass ein Ausschluss der Sachmängelhaftung dadurch regelmäßig unwirksam wird. Sie haften dann auch uneingeschränkt für Sachmängel, außerdem erlangen Ihre Käufer ein Widerrufsrecht. Und das Finanzamt wird sich bei Ihnen ebenfalls melden und Steuern einfordern.

Angebote sind verbindlich

Wenn Sie bei eBay ein Angebot einstellen, so ist dieses vom ersten Moment an verbindlich. So lange allerdings noch kein Gebot abgegeben wurde, können Sie eine Auktion unproblematisch vorzeitig wieder beenden. Ganz anders sieht es dagegen aus, wenn bereits ein Gebot vorliegt.

Dann darf die Auktion nur gestoppt werden, wenn Sie besondere Gründe für einen Abbruch geltend machen können. Dazu kann gehören, dass Sie nachträglich erhebliche Mängel feststellen, die Ware ohne Ihr Verschulden kaputt gegangen ist, sie gestohlen wurde oder Ihnen bei der Beschreibung ein schwerwiegender Irrtum unterlaufen ist. Dass Sie Ihre Meinung zwischenzeitlich vielleicht wieder geändert haben und sich doch nicht von dem Artikel trennen möchten, ist kein Grund. Ebenso wenig zählt es, wenn der erzielte Kaufpreis Ihnen am Ende zu niedrig ist.

Wenn Sie eine Auktion ohne einen besonderen Rechtfertigungsgrund vorzeitig abbrechen, gilt der letzte Preis vor Abbruch der Auktion. Zu diesem müssen Sie die Ware dann an den Höchstbietenden ausliefern. Wenn Sie dies nicht wollen oder können – beispielsweise weil Sie den Artikel anderweitig schon verkauft oder verschenkt haben - kann der Höchstbietende von Ihnen die Differenz zwischen seinem Gebot und dem üblichen Marktwert des Artikels als Schadensersatz verlangen. Das kann besonders dann für Sie teuer werden, wenn das Höchstgebot deutlich unter dem Marktwert lag.

Unser Tipp: Setzen Sie sich im Falle eines vorzeitigen Abbruchs besonders bei hochwertigen Artikeln vorher schon mit dem Höchstbietenden in Verbindung und suchen Sie gemeinsam eine einvernehmliche Lösung. Wer am Ende Überraschungen beim erzielten Verkaufspreis vermeiden will, sollte von vornherein einen Mindestpreis für seinen Artikel festlegen (was allerdings wiederum die Gebühren deutlich erhöhen kann). Das kostet Sie dann zwar vielleicht mehr, verhindert aber, dass andere auf Ihre Kosten ein echtes Schnäppchen machen.