Portrait

David Whittaker, Musikgenie in Akkordarbeit

Von am 31.03.2015 um 22:25 Uhr | 0

David Whittaker, 57, hat für weit mehr als 100 Spiele auf dem Commodore 64, Amiga, Atari ST, Game Boy, Mega Drive, NES und Super NES die Musik komponiert. Mit diesem gewaltigen Werk gehört der Brite nicht nur zu den bekanntesten, sondern sicherlich auch zu den produktivsten Musikern der Videospielgeschichte. Leider lebt er heute sehr zurückgezogen, Interview-Anfragen von uns hat er mehrmals abgelehnt. Wir widmen uns in diesem Artikel dennoch einigen der besten Werken von diesem großartigen Komponisten. 

Wie kaum ein anderer hat Whittaker mit seinen Kompositionen die Ära der Heimcomputer geprägt. Es gab kaum ein Spiel, in dem sein Name nicht in den Credits auftauchte. Eine besondere Beziehung hatte Whittaker dabei zu den Geräten der Marke Commodore: Mit einem Commodore VIC-20 find alles an, darauf machte Whittaker die ersten Schritte (was damals noch mehr mit Programmieren als mit Musik komponieren zu tun hatte). Dieses System bewertete Whittaker später in einem Interview allerdings als das schlechteste von allen, mit denen er je gearbeitet habe. In der Bedienungsanleitung habe er sofort mehrere Fehler identifiziert und umgehend selbst behoben.

Seine Lieblingsmaschinen dagegen waren die späteren Modelle Commodore C 64 und Amiga. Mit seiner Arbeit auf diesen Plattformen legte Whittaker auch den Grundstein für eine große Zahl an Fans weltweit. Whittaker, der seine produktivste Phase Ende der Achtziger hatte, beschwerte sich später heftig über die miserable Zahlungsmoral von Spieleentwicklern in dieser Zeit.

Den Fans dagegen bleiben seine Titelmelodien zu Spielen wie Shadow of the Beast, Obliterator und Bubble Bobble wohl auf ewig im Gedächtnis. Hier eine kleine Auswahl seiner bekanntesten Stücke vom Commodore Amiga.

Shadow of the Beast

Nicht nur die beeindruckende Grafik und das Parallax-Scrolling mit mehreren Hintergrundebenen machten diesen Titel aus dem Jahr 1989 zu einem echten Hingucker. Auch David Whittaker hat durch seinen atmosphärischen Soundtrack maßgeblich dazu beigetragen, dass dieser Titel ein echter Klassiker und mit mehren Titel ausgezeichnet wurde.

Wer nach einem Beispiel sucht, wie viel Atmosphäre David Whittaker selbst in kurzen Stücken erschaffen konnte, dem legen wir diese knapp 30 Sekunden ans Herz. Gänsehaut :)

Bubble Bobble

Unvergesslich, wie man im fantastischen Zwei-Spieler-Modus blasenspuckend mit den Drachen Bub und Bob versucht, deren Freundinnen aus den Händen von Graf Blubber zu befreien. Und nicht vergessen: Möglichst ohne Lebensverlust bis zu den Leveln 20, 30, 40 und so weiter gelangen, dann erscheint die Tür zum geheimen Bonuslevel mit den Diamanten und man kann sich mehrere Level weiter teleportieren. Der Soundtrack hat Ohrwurm-Qualität... vielleicht haben wir es aber auch einfach nur zu oft gespielt.

Beyond the Ice Palace

Dieses 2D-Plattform Spiel à la Ghosts 'n Goblins war zwar gut, herausragend aber war (wieder einmal) in unseren Augen der Soundtrack von David Whittaker.

Obliterator

Ähnlich wie bei Bubble Bobble ist es neben dem Cover vor allem wieder die Musik, die einem bei diesem Titel von 1988 im Gedächtnis bleibt.

Noch mehr Musik wie zum Beispiel die Melodien zu Platoon und Menace gibt es in unserer SoundCloud-Playlist.